Herbstwanderung der Männerriege Buus

29.10.2016

 

 

Teilnehmer: Erich Brodbeck, Hans Bossert, Ueli Ritter, Pirmin Lang, Jürg Hediger, Martin Gisin, Simon Gisin, Felix Zimmermann, Frank Pohling

 

Eckdaten der Wanderung: Start Turnhalle Buus-Gelterkinden-Olten-Hägendorf-Belchen Fluh-Eptingen-Sissach-Buus

 

Organisator: Pirmin Lang

 

Die Vorbereitungen laufen, die Wandersachen sind gepackt; langsam steigt die Freude auf einen geselligen Tag. Vorab wurden alle Teilnehmer nochmals eindringlich vom Organisator informiert was jeder mitzubringen hat und wann wir uns wo treffen. Der Zeitplan bei so einer Extremwanderung sollte gut geplant sein und wird auf jeden Fall eingehalten. Nach der allgemeinen Begrüssung erhielt jeder Teilnehmer ein mittelgrosses Verpflegungspaket incl. einem Liter Getränke für den Marsch. Für einige von uns gab es da schon die ersten Platzprobleme im Rucksack. Denn entweder hatte man den Rucksack leicht und klein gewählt; um nicht viel mitnehmen und tragen zu müssen oder man hatte die grössere Ausführung voller Funktionskleider dabei, die auch nicht mehr Platz bot. Alles verstaut begaben wir uns auf die Reise Richtung Teufelsschlucht. Mit den ÖV fuhren wir über Gelterkinden und Olten nach Hägendorf. Dort angekommen begaben wir uns Richtung Dorfinneres, wo wir noch mit frischen Bäckerbrötchen zu unserem Verpflegungspaket versorgt wurden. Weiter durch die Quartierstrassen folgten wir der Wegweisung Richtung Teufelsschlucht. Der Name verspricht schon vorab eine abenteuerliche und nicht ganz ungefährliche, auf jeden Fall aber anstrengende Durchquerung. Bei der Schlucht angekommen informierte unser Guide noch über die Temperatur-und Feuchtigkeitsverhältnisse in der Schlucht und welche passende Kleidung und Kleiderordnung zutreffend ist, denn schliesslich ist er die Route schon mehrmals vorher abgelaufen um alle Eventualitäten einplanen zu können .Gut informiert und gerüstet begaben wir uns auf den Abenteuertrip durch die Schlucht. Auf den gut ausgebauten Schluchtwegen und kleinen Brücken entlang des Cholersbachs trafen wir auf faszinierende, fast unberührte Natur. Das Rauschen des Bachs inmitten der moosbehangenen Felsen gab uns eine einzigartige Kulisse. Schön, dass es sowas noch gibt dachten wir uns und liessen die zahlreichen auf uns wartenden Gefahren für einen Moment lang vergessen. Immer wieder sahen wir gut ausgebaute Picknick- und Grillstellen, die zu einer Pausmöglichkeit einluden an uns vorbeistreichen,- das Tempo war höllisch. Hut ab vor der älteren Generation die in diesen Momenten ihre langjährigen Wandererfahrungen, ohne merkliche Anstrengungen zu zeigen, ausspielten. Nach ca. 1,5 Stunden ohne Unterbrechung (ausser einer Erinnerungsfotographie), erreichten wir das Ende der Schlucht und waren vollzählig. Jeder war beeindruckt und doch zugleich gespannt was uns noch erwarten wird, dass Gefährlichste hatten wir ja vermutlich hinter uns. Von Allerheiligenberg aus setzten wir unsere interessante Wanderung Richtung Belchen fort. Geschichtlich muss man anmerken dass durch den Belchenberg die A2 mit zwei Tunnelröhren in Richtung Süden führt, diese wurden in den 70-iger Jahren erbaut. Durch den hohen Gipskeuperanteil des Berges sind die beiden Tunnelröhren sanierungsbedürftig und brauchen für die Zeit der Instandsetzung eine Entlastung des Verkehrs. Man entschied sich nach langem Tauziehen für eine Sanierungsröhre durch den Berg, das heisst ein dritter Tunnel wird gebaut um den Verkehr ab 2022 für die Sanierungszeit der beiden anderen Röhren aufzufangen. Ohne Vorahnung führte unser Weg an eben dieser Grossbaustelle vorbei und als wäre es nicht schon interessant genug davon zu hören, wurden wir von Heiner Roschi zu einer spannenden Führung und Erzählung durch das Grossprojekt gebeten. Natürlich war auch dieser Teil der Tour minutiös und detailliert durchgeplant. Heiner Roschi entführte uns zu einem eindrücklichen Baustellenrundgang und zeigte uns an Modellen und kleinen Filmen den Umfang der Grossbaustelle, vielen Dank dafür, das war eine tolle Unterbrechung unserer Wanderung. Nach diesem ca. 2 stündigen Stopp kamen wir wieder langsam in Tritt und merkten nach und nach dass wir von den hohen Anforderungen des bisherigen Weges ein leichtes Hungergefühl bekamen. Jeder dachte an das doch so gut und vielfältig gestaltete Verpflegungspaket. Und dass dieses Platz wegnahm und Gewicht mitbrachte war längst vergessen. Unbeirrt nahmen wir Kurs auf den Belchenflue, den höchsten Aussichtspunkt des Berges. Bis dahin - das war uns klar - mussten noch ein paar Höhenmeter zurückgelegt werden. Unser Weg ging stetig nach oben und sogar eine grosse Kuhweide mit einer neugierigen Herde durchquerten wir unerschrocken. Dann endlich liessen wir uns nieder und stärkten uns in gemütlicher Runde am Waldesrand. An alles war gedacht, alle Bedürfnisse wurden gedeckt und dem Aufstieg des direkt vor uns liegenden Berges stand nichts mehr im Weg. Wenn man nach oben schaute war jedem klar: Jetzt hiess es keine Schwäche zeigen, tief Luft holen, die Höhenmeter und die schmerzenden Beine kommen, HURRA!  Diszipliniert und in einer Reihe gingen wir der Spitze entgegen und die Aussicht war schon jetzt herrlich. Auch die ca. 150 Treppen meisterten wir ohne Murren oder Pause, schliesslich heisst es ja Männerriege. Angekommen auf dem Belchen pausierten und sammelten wir uns kurz, bevor wir noch die letzten 10 Höhenmeter zum Belchenflue zurücklegten. Die Strapazen hatten sich wirklich gelohnt, bei schönem Wetter und guter Sicht genossen wir den Weitblick auf die Gebirgsketten. (herrlich) Jetzt nahmen wir uns auch die Zeit für ein Gruppenfoto, muss ja schliesslich alles dokumentiert sein und bewiesen werden, was die alten Herren noch so in ihrer Freizeit treiben. Gut gelaunt und mit zügigem Schritt gingen wir den Rückweg Richtung Eptingen an. Mit ca. 30 Minuten Verspätung kehrten wir im gemütlichen Restaurant Kallhof ein. Dort waren mit kluger Weitsicht Plätze für uns reserviert -sitzen! Bei einem kühlen Bier, einer deftigen und feinen Mahlzeit genossen wir bei frischer Bergluft die Ruhe. Auch ein Dessert musste unbedingt sein, schliesslich hatten wir ja auch genügend Kalorien auf dem Berg gelassen. Gut gestärkt traten wir dann den Heimweg an und marschierten den Wanderweg Richtung Eptingen hinunter, was für ein schöner Tag! Dort angekommen wartete schon das Postauto nach Sissach auf uns, das war zeitlich gesehen eine Meisterleistung. Von Sissach aus bestiegen wir den IRegionalzug Richtung Olten und fuhren eine Station bis Gelterkinden. Man mag es kaum glauben, aber dort kamen wir nicht vollzählig an. Zwei unserer Extremwanderer verpassten vor lauter Schwärmerei über den Tag den Ausstieg in Gelterkinden, und fuhren mit dem Zug nach Olten. Für die Beiden ging natürlich der gut durchgeplante Tag nicht pünktlich zu Ende, dennoch wurde auch diese Hürde mit einer kleinen Verspätung gemeistert. Alle fanden einheitlich, dass auch das zu einer Männerriegen Extremwanderung gehört und man noch lange darüber sprechen und lachen wird. Nach einer freundschaftlichen Verabschiedung traten alle Beteiligten zufrieden und mit vielen schönen Erinnerungen den letzten Weg nach Hause an. Danke Pi das war ein sehr gut durchgeplanter und wunderschöner Tag. Selbst das Wetter wurde auf Sonne gestellt. Danke.

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